Editorial
Aus der PETRI NEWS 208-2017

 H.R. Hebeisen

Subtilität ist gefragt


Das Ende der Fischersaison 2017 ist nur für diejenigen in Bälde angesagt, die allein an unseren heimischen Gewässern den Forellen nachstellen. Die Äschensaison folgt ja gleich und dauert rund bis Ende Jahr.

Die Fischerei, im Besonderen die Fliegenfischerei, hat jedoch eines gemeinsam; subtiles Fischen ist gefragt und führt allein zum Erfolg. Viele Bäche und Flüsse haben ja nun einen niederen Wasserstand und oft sind sie dazu noch glasklar. Wer da (möglichst noch mit falscher, auffälliger Bekleidung ((weisse Hüte habe ich auch schon gesehen)) ans Wasser geht und keine Kenntnisse darüber hat, wie ein Fisch sieht, hat schlechte Karten. Machen Sie wieder mal im Buch „Faszination Fliegenfischen“ die Seiten 144 und 145 auf.

Auch wer mit zu grobem Zeug, insbesondere zu dickem Nylon fischt, wird kaum Erfolg haben. Für Fliegenfischer empfehle ich nun generell Vorfachspitze 0,15 mm. 18 oder gar 20 sind zum Fischen mit der Trockenen eher zu dick, hingegen verwende ich kaum mehr 0,12 mm, weil ich, immer noch mit schneller Reaktion ausgerüstet, zu viele Fische plombiere. Ich habe zwar genug Fliegen, aber für die Fische ist das eher weniger lustig.

Bitte auch nicht vergessen, dass die Insektenwelt gegen Herbst und gar Winter immer kleiner wird; im genannten Buch auf der Seite 126 bildlich dargestellt. Trocken: Grösse 14 oder gar 16 sind Standard, 18 eher gefragt, als 12 oder gar 10.
Und mein Spezialtipp: Die Palmaillé von Devaux!

Auch Spinnfischer sollten feineres Blech am 18er Nylon anbieten um mehr Erfolg zu haben. Als ich 1966 Ende August von der Casting-WM in England zurückkam, ging es anderntags mit Familie direkt an die Thur mit Pierre Düby, meinem langjährigen Fischerfreund. Ich hatte eigentlich kein Angelzeug dabei, allein meine 7,5 g Distanzrute und die Staro Rolle mit 15er Nylon bestückt. Ich fischte mit dem „gewichtlosen“ Swiss Drill Spinner und klemmte einfach ein paar Schrotkügeli einen Meter vorne dran. Ich fing, Gott sei mein Zeuge, nebst zwei guten Forellen auch eine Äsche mit über 40 cm Länge.

Also nochmals: Subtilität ist vom Angehen weg gefragt. Und dann; schauen, schauen, schauen und lieber weniger, gut überlegte Würfe machen, denn merke; es ist wie beim Lachsfischen: Jeder erfolglose Wurf verkleinert Deine Chance einen Fisch zu fangen.

Das gilt übrigens nicht nur in dieser Jahreszeit!

H.R. Hebeisen


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