Primetime
Aus der PETRI NEWS 201-2016

James Fond 008

Primetime

<Hier gibt es vorwiegend durchgebratenes Fleisch oder Fisch... >>

Für mich, ganz persönlich, beginnt jetzt in vielen Beziehungen die schönste Zeit vom Jahr. Spätsommer – Frühherbst. Ende der Hitzezeit – wer will denn 30 °C oder gar mehr. Ich jedenfalls nicht, vor allem nächtens. Der Abendsprung – der am Wasser – findet auch zeitiger statt, der Fischer kann sich nach erfolgreicher Rückkehr noch einen Schluck genehmigen und kommt immer noch zeitig ins Bett, es sei denn er schaltet unnötigerweise noch den Flimmerkasten ein.

Etwas freundlichere, kühlere Tage sind auch viel passender für mancherlei Menus aus der guten Küche. Immer nur Salat, und sei es solcher von den Cervelats oder dem Ochsenmaul und vor allem all das Grüne, das vor allem Rohe, macht auf die Dauer auch nicht glücklich, Stichwort Kaninchen. Zudem wird unser Speiseplan derzeit massiv aufgebessert. Stichwörter Pilze, Wild und vor allem, endlich wieder einmal echt im Bauerngarten gereifte Tomaten. Sie finden zu all diesen Begriffen wirklich erstklassige Information in meinem ersten Band von „Faszination Tafelfreuden“. Eben, wie man richtig mit Pilzen, dem Wild und auch mit den Tomaten umgeht. Pilze, auch roh, Reh im Sekundentakt gebraten und ein Ofengericht mit Tomaten, Speck und Käse. Da freue ich mich sogar auf die Rückkehr von der Insel in die Schweiz. Der Örliker Markt fehlt mir hier schon, auch wenn ich auf dem in Galway die schönste Fischauswahl antreffe.

Und auch was die Küche der in der Schweiz arg gebeutelten Restaurants betrifft, bin ich zu Hause besser aufgehoben, von der Post in Volken am Worrenberg, über das schön gelegene Taggenberg in Winterthur, über den unvergleichlichen Ferlin in der Stadt, bis hin zum Lampart in Hägendorf oder zu den Dreizehn Sinnen im Huuswurz in Schlattingen am Bodensee. Alle in ihrer Kategorie allerfeinste Adressen. Hier auf der Insel gibt es zum Lunch entweder gar nix oder Sandwichs. In unserem Alter gehen wir halt gerne mittags auswärts, am Abend bleiben wir lieber zu Hause. Hier gibt es dann, eben halt auch in guten Häusern, vorwiegend durchgebratenes Fleisch oder Fisch und dazu meist verkochtes Gemüse, oft noch ungesalzen und logisch einen Berg Patati, die mehlige Sorte - auch verkocht. Dazu Rotwein mit 25 Grad serviert.

Aber, ich will ja nicht schimpfen über unsere Zweitheimat – die grüne Insel hat in Sachen Natur und auch Menschsein ausserordentlich viel zu bieten. Und Forellen gibt es auch in jeder Menge. Mit den Fairys, also den Elfen und vor allem mit dem Troll, den wir in Irland Lepricaun nennen, haben wir uns auch schon bestens arrangiert. Fehlt was, etwas kaputt? Was, niemand war’s? Muss der Lepricaun gewesen sein . . .