Schwedisch Lappland

von Robert Grimm / 2014

Es ist soweit, die neu gekaufte Zweihandrute wird zum allerersten Mal für den Ernstkampf zusammengesteckt. Der Regen prasselt und in einiger Entfernung erhellen Blitze den dunkel verhangenen Himmel, doch dies kann mich von meinem Vorhaben nicht abhalten. Haben wir doch im Frühjahr bei Manuel einen exklusiven Privatkurs im Zweihandfischen belegt und uns mit allem eingedeckt, was es so braucht, um einen atlantischen Lachs zu fangen.

Also ab ins Wasser, die Rute in beide Hände und los geht’s. Hmmmh, wie war das nochmals mit dem Wurf? Ist vielleicht doch ein bisschen lange her… Unterhandwurf? Speycast? Ah, OK, so könnte es gehen. Nach den ersten sieben Würfen werden die Bewegungen geschmeidiger, auch der achte, der neunte und der 10. Wurf gelingt mir gefühlsmässig besser, der 11te ebenso, der 12te und  - doch... was ist jetzt passiert? Ist denn das möglich? Ein glatter Rutenbruch!



Nun denn, mit dem Lachsfischen hat es dann nicht geklappt, doch die Euphorie ob der traumhaften Szenarien während unseres Float-Trips durch die Tundra von Schwedisch-Lappland wurde durch dieses Malheur nicht gemindert. Keine Lachse, dafür unzählig kämpferische Äschen und Forellen konnten wir mit unseren Mustern verführen. Unvergesslich bleiben die unberührte Wildnis, das Fischen in völliger Abgeschiedenheit, das Floaten und das Abenteuer – wir werden es auch im nächsten Jahr wieder auf Lachse versuchen, dann jedoch hoffentlich mit der richtigen Technik…