Weihnachtsbraten
Aus der PETRI NEWS 196-2015

James Fond 008

Weihnachtsbraten

<< Man futtert Übergewicht an und gibt noch besonders Gas... >>

Früher, vielleicht ganz früher, man nannte sie die gute alte Zeit, gab es für Bürger, Bauern und die Knechtschaft nur ein kärgliches, tägliches Brot. Der Hunger hauste in jeder Ecke, das Wort Bodymassindex kannte man noch nicht.

Dafür das Verlangen, wenigstens einmal im Jahr an einem Tisch zu sitzen, der gefüllt war mit gutem Essen, womöglich auch noch mit einem Ale, einem Porter oder gar einem Wein. Weihnachten. Das war die Zeit, wo es ein paar von der Oma gestrickte Socken gab, der Grossvater hat einen Heiland geschnitzt, der Vater hat einen Schinken nach Hause gebracht.

Wundert es also, dass es, gerade in Ländern wie Irland traditionelle Weihnachtsessen gab, welche man heute etwas belächelt? Dort gibt es gleichzeitig einen Vogel, vornehmlich ein Truthahn, dazu aber noch einen Schinken und noch so vieles darüber hinaus. So will es die Tradition heute noch, auch wenn der Schinken an Weihnachten und der Turkey später am Neujahr serviert, vernünftiger wären.

Aber eben, von Vernunft sind solche Traditionen in aller Regel nicht geprägt. Und so auch unsere heutige nicht. Da lebt man vornehmlich an gut bis reichlich gedeckter, halt gesunder (gekocht) oder weniger gesunder (Convenience) Tafel, futtert Übergewicht an und an den Festtagen gibt man dann noch besonders „Gas“. Habe ehrlich, allein schon beim Gedanken daran, kein Hunger mehr und auch keine Lust, Euch ein Rezept eines feinen, fetten Weihnachtsbratens zu präsentieren.

Vielleicht macht man sich für einmal besser Gedanken darüber, wer denn in der Verwandt- oder Bekanntschaft einen grossen, währschaften Braten und dazu passender Rebensaft gut brauchen könnte, ohne, dass die Beschenkten in die fast leere Börse greifen müssen. Aber bitte, ohne beim Billigstanbieter in der Tiefkühltruhe einen Mocken aus dem Sonderangebot heraus zu fischen. Es gibt den Begriff Hunger nämlich wieder. Auch bei uns.

Und, falls Sie fischen gingen und Erfolg hatten; Fische aller Arten schmecken auch an Festtagen und machen auch nicht noch fetter.