Cuccina subito
Aus der PETRI NEWS 197-2016

James Fond 008

Cuccina subito

<< Heutzutage nennt man das ohne rot zu werden Kochen... >>

Es gibt zwei Grundarten des Kochens. Kochen um etwas möglichst Gutes auf den Tellern zu haben, oder Kochen um sich zu ernähren. Für das Letztere braucht es weder ein Kochbuch, ja nicht mal eine Kolumne. Es ist die heutzutage meist angewandte Art des Kochens.

Zuerst streut man das Pulver im Beutel ins Wasser, kocht es auf und schon haben wir eine Suppe auf dem Tisch. Dann wird der Plastikbeutel aufgeschnitten und der fertig in kleine Stücke geschnittene Salat purzelt fröhlich in die Schüssel. Nun wird aus der Tüte noch die Salatsauce darüber gekippt (bitte umrühren nicht vergessen!) und schon haben wir ein feines Salätchen. Während wir dieses essen, schmurgelt im Ofen irgendeine Convenience Packung (hoffentlich ohne diese, mit habe ich auch schon gehört) oder die Fertigpizza brutzelt im Ofen. Spaghetti mit Tomatensauce aus der Büchse habe ich kürzlich auch entdeckt, aber ist ja nix Neues, schon in meiner Kindszeit gab es schliesslich Ravioli in Tomatensauce aus der Büchse, bis man herausfand, was in der Füllung steckt, darauf stagnierte der Verkauf dieser Speise gewaltig.

Heutzutage nennt man das ohne rot zu werden Kochen, selbst wenn man Gäste hat. Was man dabei vergisst sind drei Dinge: Drittens schmeckt das Zeug nicht (oder alles gleich), zweitens ist es sehr kostspielig und erstens elend ungesund. Damit nämlich das Lebensmittelamt nie und nimmer etwas zu meckern hat, wird der Masse Salz in Unmengen zugegeben. Aber weil ja niemand das Versalzene mag, wird mit Bergen von Zucken gegengesteuert. Und da wundert sich die Menschheit, dass sie immer dicker und dicker wird, auch dann wenn sie nicht übermässig viel isst.

Dass sie sich auch ausser Haus so verpflegt, womöglich noch stehend oder gar laufend, rechts das Futter in der Hand, links das Handy, damit man gar nix verpasst – und dabei eben grad alles. Mir tun diese Menschen ganz einfach leid, weil dieser Typus auch sonst zu nix kommt. Wie soll denn diese Art der sogenannten Mittagspause zu geistiger oder gar körperlicher Erholung führen?