Perfektes Fliegenwerfen

 

Die Quintessenz

Ich bin sehr stolz auf einen meiner besten Meisterschüler. Tobias Hinzmann, mit dem zusammen ich den Schulfilm „Perfektes Fliegenwerfen“ im Jahre 2009 drehte und der mir als Bauingenieur wertvolle Formulierungs-Hilfe bei meinem Aufsatz „Die Beschleunigung der Fliegenschnur“ in der zweiten Auflage des Compendiums vermittelte, hat sein eigenes Meisterwerk geschrieben.

„Experimentelle Untersuchungen zur Biegung der Fliegenrute“ ist ein wissenschaftliches Werk auf 42 Seiten gedruckt und dient, der vielen mathematischen Formeln wegen, vor allem dem Fliegenfischer, welcher sich wirklich in die Tiefe der Materie einarbeiten will und der mit Vorteil, zudem ein Studium als Ingenieur, Mathematiker oder gar Physiker, abgeschlossen hat.

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Eines ist ganz klar und deutlich aus der Schrift zu entnehmen: Was ich seit langem an meiner Fliegenfischer-Schule lehre, hat nun auch einen wissenschaftlichen Beweis erhalten. Z.B. die „Endgeschwindigkeit“ in direkter Verbindung mit dem möglichst lange verzögerten Abkippen der Fliegenrute. Weiter die Tatsache, dass die möglichst hohe Rutenladung der wesentliche Bestandteil eines kraftminimierten Wurfes ist; eine These, die ich seit Jahrzehnten lehre. Und, last but no least der für mich wichtigste Punkt: Die im Film „Perfektes Fliegenwerfen“ sehr deutlich dargestellte Theorie der „Eigendynamik“ der Fliegenrute, welche die absolute Basis einer optimal genutzten Rutenladung ist.

Aber, um nun zum Meisterwerk zurück zu kommen; eines ist klar. Die Schrift ist nicht für Einsteiger geeignet, für sie hat Tobias diese auch nicht geschrieben – auch wenn er die höhere Mathematik nur dort eingesetzt hat, wo sie unverzichtbar war. Und zudem; auch viele Fortgeschrittene, ja selbst solche, welche sich Experten nennen, werden aus bereits genanntem Grund, nicht in der Lage sein, die wissenschaftlichen Formeln und Grafiken so zu verstehen, dass sie den Leser weiterbringen.

Ich habe mir darum die Mühe gemacht, die Quintessenz des Werkes auf einen Nenner zu bringen. Diese Essenz verstehen sicher alle Leser. Vor allem noch, wenn Du dazu die Grafik auf Seite 7 der Untersuchungen zu Hilfe nimmst, welche den direkten Vergleich einer flexiblen Fliegenrute mit einem „Besenstiel“ darstellt.

Ist eine Fliegenrute steifer, als, dass Du diese beim Werfen laden, also entsprechend biegen kannst, ist sie ganz einfach zu steif für Dich. Denn in diesem Falle, kannst Du die positiven Eigenschaften der Biegung nicht für Deinen Wurf nutzen. Zudem zeigt die Fliegenrutenspitze automatisch eine konvexe Kurve (Scheibenwischer) welche, allein schon aus dieser Perspektive gesehen, keinen optimalen (kraftminimierten) Fliegenwurf zulässt. Du hast in diesem Falle genau zwei Möglichkeiten: Entweder Du wirfst eine weichere Fliegenrute oder Du verbesserst Deine Fliegenwurftechnik so, dass Du auch die steife Fliegenrute optimal laden, sprich durchbiegen kannst. Dabei wird sich auch automatisch Deine entsprechende Muskulatur entwickeln.

Nur so kann auch eine Eigendynamik der Fliegenrute entstehen, welche, optimal genutzt, die Fliegenschnur schon fast „von alleine“ wirft. Und nur so kannst Du auch erreichen, dass die Fliegenrutenspitze ganz am Ende eines jeden Vorwärts- und Rückwurfes auch die so wesentliche Höchstgeschwindigkeit aufweist, welche für ein rationales Werfen nicht nur beim Weitwurf absolut nötig ist.

Oder, um nun alles noch auf einen einzigen Nenner zu bringen:

„Lass die Fliegenrute arbeiten, statt selbst zu arbeiten“.



H.R. Hebeisen

P.S. Schau Dir unbedingt den Schulfilm DVD 7, „Perfektes Fliegenwerfen“ an. In diesem Film siehst und erlebst Du, wie man absolut kraftminimiert, also mit minimalstem Aufwand, die ganze Fliegenschnur sauber gestreckt hinlegt. Idealerweise liest Du auch noch das gleichnamige Buch dazu.

 

 






Comparison of Bamboo, Graphite and Glass Rods

So heisst das Juwel, welches H.R. Hebeisen dieser Tage in seinem Fundus herausgegraben hat und der Ihnen den Inhalt auf keinen Fall vorenthalten will.



Clicke hier für den Download dieses Büchleins als PDF.

Herausgegeben wurde diese Büchlein um ca. 1980 von der Firma Orvis. Die Schrift beweist, dass die niedermodulierte Kohlefaser nicht nur in Sachen Biegefestigkeit bis zum Bruch, sondern auch in Sachen Ermüdung enorme Vorteile gegenüber hochmodulierten Kohlefasern hat.

Ich habe immer behauptet, dass die niedermodulierte Kohlefaser praktische Vorteile gegenüber den hochmodulierten Kohlefaser-Fliegenruten aufzuweisen hat. Und ich behaupte es, getreu nach dem Wahlspruch der Druiden: "Meine Meinung gegen den Rest der Welt", heute noch. Der einzige Unterschied: Nach dem Studium dieser Dokumentation werden es mir ein paar mehr glauben. Und einige werden, wider besseren Wissens, auch in Zukunft etwas anderes behaupten. Sollen sie doch. Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Freude beim Studium, mir jedenfalls hat es solche in grosser Menge bereitet.

Und noch was habe ich ja immer behauptet und behaupte ich heute noch: Eine gesandeter, also eine geschliffener Kohlefaser-Blank, hat eine kleinere Biegefestigkeit bis zum Bruch, als eine Fliegenrute, deren Oberfläche des Blanks nicht geschliffen ist. Durch das Sanden wird der absolut härteste Teil, der solideste also, weggeschliffen und weil der Blank dann gräuslich ausschaut, wird er mit farbigem Lack beschichtet. Nur, so lautet meine bescheidene Frage an Euch alle: Wie solide ist den Lack, egal ob er schwarz, grün, rot oder blau ist? Und zudem; das spezifische Gewicht von Lack ist erst noch höher als das von Graphite.

Wisst Ihr, warum die fast gesamte Industrie das trotzdem tut? Nicht? Aber ich, und ich will es Euch auch sagen: "If they want look giv'em look" heisst es in den USA. Meint "Wenn sie Aussehen haben wollen, gib ihnen Aussehen". Kurz, es könnte bessere und solidere Fliegenruten geben.

H.R. Hebeisen




 

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Compendium

Die 3000 Exemplare der Erstauflage waren vergriffen. Zudem gab es mittlerweile nicht nur das neue Thema Tenkara, die japanische Fliegenwurftechnik, sondern, aufgrund eines Disputs über eine Formulierung in der Erstauflage, entdeckte ich eine Lücke in der Lehre des technischen Fliegenwerfens, die mich erneut zur Feder greifen liess.
Das Thema "Die Beschleunigung der Fliegenschnur" trat während des Schreibens immer mehr in einen der Materie gebührenden Vordergrund, ja schloss letztendlich gar zum zentralen Thema "Eigendynamik" auf. Die perfekten Formulierungen waren letztendlich nur mit Hilfe zweier Meisterschüler - einem Mathematiker und einem Bauingeniuer - möglich.
Möglich, dass hier eines der letzten Löcher, was die Lehre der Fliegenwurftechnik betrifft, gestopft wurde.

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