Völlig von der Rolle

Artikel aus dem Heft Rute & Rolle 02/2017. Von Elmar Elfers.



Völlig von der Rolle


Ohne sie wäre das Tauziehen zwischen Mensch und Fisch nahezu unmöglich. Ob Stationär- oder Multirolle – das Gerät muss zur Angelart und zum Zielfisch passen. Welche die gängigsten Typen sind und wie man die richtige Rolle wählt, lest Ihr hier.

Die Geschichte der Angelrolle begann vor langer, langer Zeit. Der erste geschichtliche Beleg für die Existenz einer Ur-Kurbel fand sich auf alten chinesischen Zeichnungen aus dem Jahre 1195 nach Christus. Mitte des 17. Jahrhunderts tauchten schliesslich die ersten grob hergestellten Exemplare in England auf. Kommerziell gefertigte Rollen erblickten ebenfalls in Grossbritannien das Licht der Welt – in den 1820er-Jahren.

Aufgabe(n) der Rolle
Angelrollen zählen zur Grundausrüstung. Doch was macht eine gute Rolle aus? Einerseits ist eine robuste und stabile Verarbeitung wichtig. Andererseits soll sie nicht unnötig viel wiegen und auch optisch einen guten Eindruck machen – das Auge fischt schliesslich mit. Die wichtigsten Aufgaben einer Rolle sind das Aufwickeln und die Aufbewahrung der Schnur sowie die Schnurabgabe während des Wurfes

Aufwickeln und Aufbewahrung
Durch das Drehen der Kurbel wird die Schnur eingeholt und auf der Spule aufgewickelt. Um Perücken oder Knoten zu vermeiden, muss die Leine sauber aufgenommen und gleichmässig abgelegt werden. Ausserdem dient die Spule als Schnurhalter. Wie viel Meter in welcher Stärke auf die Spule passt, entnehmt Ihr den Herstellerangaben.

Schnurabgabe während des Wurfes
Beim Wurf muss die Schnur freigegeben werden, damit der Köder auf die gewünschte Distanz kommt. Bei einer Stationärrolle wird dafür vor dem Auswerfen der Bügel geöffnet, bei Multirollen hingegen die Daumentaste betätigt. Um die Schnurabgabe zu stoppen, wird der Bügel geschlossen, bei Multis die besagte Taste durch eine Kurbelumdrehung gesperrt.




Entlastung im Drill
Beim Drillen eines kampfstarken Gegners sind Rolle und Schnur starken Belastungen ausgesetzt. Um die Gefahr eines Schnurbruchs zu verringern, kommt die Rollenbremse ins Spiel. Je nach Einstellung erhöht Ihr die Bremsleistung oder verringert sie. Je weiter die Bremse gelockert wird, desto einfacher wird die Schnur von der Rolle freigegeben. Bei einer geschlossenen Bremse benötigt der Fisch deutlich mehr Kraft, um die Sehne abzuziehen. Die richtige Bremseinstellung verhindert, dass die Schnur oder das Vorfach während des Drills reisst.



Rollengrössen
Bei der Grössenbezeichnung von Angelrollen gibt es bis heute keinen einheitlichen Standard. Manche Hersteller – wie Ryobi oder Shimano – verwenden Angaben wie 500, 1000, 2000 oder 3000. Andere hingegen setzen auf Grössen wie 10, 20, 30 oder 40. Fakt ist: Je niedriger die angegebene Zahl, desto kleiner ist die Rolle. Ein 1000er-Modell ist kleiner als ein 4000er, eine 6000er-Rolle ist grösser als eine vergleichbare 2000er-Ausführung. Grosse Rollen verfügen über deutlich mehr Bremskraft. Sie fassen mehr Schnur und haben zudem öfter eine höhere Übersetzung (Schnureinzug pro Kurbelumdrehung). Die Tabelle zeigt, welche Stationärrolle zu welchem Zielfisch passt.